"Django Unchained": ein echter Tarantino Ein Rachefilm von süffisant bis knallhart

Django PlakatSchwarz wie Nigger, Weiß wie Rassisten und Rot wie Blut, diese Hauptattribute zeichnen den Kern von Quentin Tarantino's Streifen "Django Unchained". Ja genau, Schwarz, Weiß und Blut, daraus entsteht ein Western, der als hochpolitisch eingestuft werden muss.

Hier geht es um ein Kapitel Amerikanischer Geschichte, in der Skalverei völlig legal war. Der Film behandelt eine Zeit, in der Menschen wie Ware gehandelt, gedemütigt und getötet werden durften, nur weil ihre Hautfarbe Schwarz ist. Tarantino rechnet mit dieser Vergangenheit gnadenlos ab. Genauso kaltblütig, wie die Weißen brutal waren. In einem Film, der einerseits amüsiert, anderseits zum Nachdenken zwingt und in dem keinesfalls an Brutalität gespart wird.

Dr. Schulz (Christoph Waltz) hat umgeschult. Der promivierte Zahnarzt verdient seine Brötchen nicht mehr als Dentist, sondern als Kopfgeldjäger. Damit lässt sich besser und schneller viel Geld ernten. Tot oder lebendig steht auf den Steckbriefen geschrieben, nach denen er seine „Kundschaft" aussucht. Er bevorzugt TOT! Und je böser seine „Mandanten" waren, um so höher auch das Kopfgeld.

Um einen hochdotierten Auftrag auszuführen, benötigt er dringend die Hilfe des Sklaven Django (Jamie Foxx), denn er kennt die Gesichter der drei Brittle-Brüder, die als nächstes auf Dr. Schulz Abschussliste stehen. So entsteht eine ungewohnte Partnerschaft zwischen Dr. Schulz und Django. Dr. Schulz, aus Deutschland abstammend und Django, verheiratet mit Broomhilda, deren Name sich aus dem Deutschen Vornamen Brunhilde ableitet. Das weckt Dr. Schulz Aufmerksamkeit.

Christoph Waltz brilliert in seiner Rolle als Dr. Schulz. Als treffsicherer Schütze schreckt er nicht zurück, seine „Klienten" auch rücksichtslos aus dem Hinterhalt zur Strecke zu bringen. Als promovierter Arzt versteht er die Sprache der Diplomatie, des blumigen Ausdrucks, des sympathischen Überzeugens, des vornehmen Korrespondierens und bildhaften Erzählens. Genau dieser Kontrast verleiht "Django Unchained" sein grotesk, derbes Spiel zwischen Niggerrealität und Weißer Überheblichkeit. So lange bis Dr. Schulz selbst aus dem Spiel ausscheiden muss.

Ab dann übernimmt Django selbst die Zügel und rechnet gnadenlos ab, mit der weißen Brut aus Peinigern. Allen voran mit der Bande des Plantagenbesitzers Calvin Candie (Leonardo DiCaprio), dessen falsches, hinterfotziges und menschenverachtendes Spiel, dem Film seine Krone als Denkmal gegen Sklaverei aufsetzt.

In 165 Minuten versetzt Quentin Tarantino den Zuschauer in eine Stimmung, des Mitten im Film mit dabei seins, als ob die Zeit kurz vor dem Amerikanischen Bürgerkrieg real vor Ort sei. Dieser Film bietet mehr, als bloßes Zusehen, er regt die Sinne und Gefühle über Recht und Ungerechtigkeit an. Er zieht in den Bann und erregt Eckel. Er erzeugt Sympathien und Abscheu.

Was zart besaitete Seelen anbelangt, denen sei mit auf den Weg gegeben, dass in "Django Unchained" nicht gerade mit Brombeersaft und Gewehrkugeln gespart wird. Die Gewalt wird nicht verherrlicht, aber die Kamera blickt dabei auch nicht weg. Doch Quentin Tarantino versteht es nicht nur Schaudern zu erzeugen, sondern er bringt die Zuschauer dank Dr. Schulz toller Dialoge auch zum schmunzeln.

Gesehen im Kinopolis Landshut

 

Szenenbilder:

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Trailer:

Django Trailer

 

Regie: Quentin Tarantino

Darsteller: Jamie Foxx, Christoph Waltz, Leonardo DiCaprio...

Genre: Western

Laufzeit: 164 Minuten

freigegeben ab 16 Jahren

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